Doing Queer - sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der psychosozialen Beratung

Hintergrund

Lesben, Schwule, bisexuelle Frauen und Männer, Trans*, Inter*, nicht-binäre und queere Menschen (LSBT*IQ) sind aufgrund ihres Abweichens von der gesellschaftlichen Hetero-Norm nicht nur besonders häufig Gewalt ausgesetzt, sondern kommen in vielen Teilen der Beratungs- und Unterstützungslandschaft nicht an, weil sie befürchten müssen, auch hier Ablehnung, Missachtung und Verletzungen zu erfahren.

Wir haben uns im Jahr 2019 diesem Themenschwerpunkt gewidmet und ein Projekt umgesetzt, um die Beratungs- und Unterstützungslandschaft für die spezifischen Erfahrungen von LSBT*IQ zu sensibilisieren und Auseinandersetzungen anzustoßen.

 

Der Fachnachmittag „Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in den Blick nehmen!“

Am 12.12.2019 wurden bei einem Fachnachmittag zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt psychosoziale, therapeutische und pädagogische Fachkräfte und Interessierte über das Thema und die Lebensrealitäten von LSBT*IQ informiert, zu Reflexionen angestoßen und es wurden Ihnen Ansätze mitgegeben, die sie für Ihre Arbeit nutzen können. Drei Referent*innen hielten zu folgenden Themen Vorträge und standen im Anschluss für Fragen und Diskussionen zur Verfügung:

  • René_ Rain Hornstein - Grundlagen der solidarischen Beratung im Kontext geschlechtlicher und sexueller Vielfalt
  • Dr. Constance Ohms  - Gewalt und Diskriminierungserfahrungen von Lesben, Schwulen, Trans*, Inter* und queeren Menschen wegen ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität
  • Erik Meyer – Diskriminierungssensible und affirmative Beratung von LSBT*IQ

Wir haben uns sehr über das große Interesse und die rege Teilnahme gefreut!

Der Fachtag wurde von Gebärdensprachdolmetscherinnen begleitet, um auch gehörlosen Menschen eine Teilnahme zu ermöglichen.

 

Die Vorderseite des Flyers zum Fachnachmittag.

 

Was sonst noch passiert ist

Die Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs haben sich während der Projektlaufzeit intensiv mit dem Themenkomplex sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Beratung auseinandergesetzt, Inhouse-Schulungen durchgeführt, an Vernetzungs- und Austauschtreffen teilgenommen, eine Bedarfsabfrage zu Unterstützungsangeboten für gewaltbetroffene LSBT*IQ in Mittelhessen durchgeführt und somit die Grundlagen geschaffen, das eigene Beratungs- und Unterstützungsangebot zukünftig bedarfsgerechter auszurichten und des Netz möglicher Verweisangebote zu erweitern.