Alle gegen K.O.-Tropfen

Wenn Sie vermuten, dass ihnen K.o.-Mittel verabreicht wurden, oder Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich gerne an unsere Beratungsstelle. Wir unterstützen Sie dabei, einen Umgang mit ihren Erfahrungen zu finden.

K.o.-Mittel sind unterschiedliche Substanzen, die unbemerkt verabreicht werden, um eine andere Person in einen wehrlosen Zustand zu versetzen. Die hilflose Lage der Betroffenen wird dann ausgenutzt, um sexualisierte Gewalt oder andere Gewaltdelikte auszuüben. K.o.-Mittel werden in unterschiedlichen Situationen verabreicht, z.B. auf beruflichen Veranstaltungen, bei privaten und familiären Feiern, auf Partys oder auf ersten Dates. Ein Filmriss oder eine bruchstückhafte Erinnerung führen zu großer Verunsicherung bei Betroffenen.

Im Folgenden finden Sie Informationen rund um das Thema K.o.-Mittel.

 

 

Was sind K.O. Tropfen?

K.O. Tropfen ist ein Sammelbegriff für verschiedene Substanzen, die sich auf das Bewusstsein auswirken. Häufig werden Beruhigungs- oder Narkosemittel als K.O. Tropfen verwendet.

Bekannte Stoffe sind zum Beispiel:

  • GHB (Gammahydroxybuttersäure, auch Liquid Extasy genannt)
  • GBL (Gamma-Butyrolacton), das im Körper in GHB umgewandelt wird
  • Benzodiazepine (Beruhigungsmittel)
  • Ketamin (Narkosemittel)

All diese Substanzen wirken sehr schnell, in der Regel innerhalb von 10-30 Minuten, und sie rufen ähnliche Symptome hervor.

Mögliche Symptome sind.

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • das Gefühl wie in Watte gepackt zu sein
  • verlangsamte Bewegungen und Sprechen
  • Orientierungslosigkeit
  • Enthemmung
  • Willenlosigkeit bis hin zur Handlungsunfähigkeit
  • Gedächtnisverluste/"Filmrisse"

Die Ausprägung der Symptome unterscheidet sich je nach Dosierung und nach Gewicht und Zustand der betroffenen Person. Gleichzeitiger Alkoholkonsum verstärkt in der Regel die Wirkung und bringt das Risiko von Atemstillstand mit sich.

Der "Rausch" dauert in der Regel etwa 2-4 Stunden an. Aber auch noch 24 Stunden danach kann ein benommenes, mattes Gefühl bestehen bleiben. Nachweisbar in Blut und Urin sind K.O. Tropfen jedoch nur 6-12 Stunden.

 

Was kann man tun?

Vorher:

  • sich mit Freundinnen und Freunden gut absprechen, regelmäßig nacheinander schauen
  • Veranstaltungen mit Freundinnen und Freunden gemeinsam verlassen
  • Getränke im Blick behalten

 

Bei Verdacht:

  • eine Vertrauensperson ansprechen und nicht alleine bleiben
  • den Verdacht laut ausprechen
  • den Ort verlassen, am besten nicht alleine
  • ins Krankenhaus fahren und sich untersuchen lassen
  • möglichst schnell eine Urinrobe sicherstellen, das letzte Getränk aufbewahren, um es später testen lassen zu können
  • bei schweren Symptomen, wie starken Atemeinschränkungen oder Bewusstlosigkeit, den Krankenwagen rufen
  • bei Verdacht auf eine Vergewaltigung als erstes medizinisch untersuchen und Spuren sicherstellen lassen
  • Hilfe und Unterstützung holen und dann eine Beratungsstelle wie z.B. den Frauennotruf aufsuchen
  •  

Leitfaden: Waren das vielleicht K.O. Tropfen?

 

Damit Frauen, die sexualisierte Gewalt im Zusammenhang mit K.o.-Mitteln erfahren mussten, ernst genommen werden und mögliche Unterstützungspersonen über Wissen verfügen, wie sie angemessen und hilfreich handeln können, wurde ein Informationsleitfaden entwickelt und gedruckt. Dieser Leitfaden richtet sich insbesondere an Fachkräfte und Unterstützungspersonen.

Der Leitfaden informiert über:

  • die verschiedenen Substanzen, die als K.o.-Mittel eingesetzt werden und ihre Wirkweise
  • die Auswirkungen von Gewalt unter dem Einfluss von K.o.-Mitteln auf Betroffene
  • Möglichkeiten einer medizinischen Versorgung
  • Handlungsmöglichkeiten in einer akuten Situation und im Nachhinein

Der Leitfaden vermittelt Handlungssicherheit für Personen, die Betroffenen beistehen wollen.

Hier geht`s zum Leitfaden

 

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